Computer Wasserkühlung und ihre Mythen

  • Einige Einsteiger und Interessierte die ich immer wieder auf irgendwelche Computer Foren finde schnappen meinst irgendwelche Informationen auf und erwarten dann von ihrem neuen Wasser gekühltes System unmögliches. Natürlich macht Wasserkühlung irrsinnig viel Spass und sieht Optisch dazu richt Geil aus, aber es ist keine Wunderwaffe. Daher möchte ich auf ein paar Mythen näher eingehen und sie nach meiner Meinung nach etwas näher erläutern.

    WASSERKÜHLUNG IST LEISER ALS EINE LUFTKÜHLUNG

    Der erste Mythos hängt mit der Erwartung zusammen, die einige von euch vielleicht überhaupt erst für das Thema interessiert hat: Wasserkühlung soll vor allem den Lärm im PC eindämmen und hohe Leistung mit geringer Geräuschkulisse verbinden. Das erste Mythos ist die Erwartung die einige überhaupt auf dieses Thema gebracht hat. Wasserkühlung soll vor allem die Lautstärke des PC reduzieren und leiser machen und hohe Kühlleistung mit einem leisen PC ermöglichen.


    Ihr Ahnt es schon, das ist leider ein Irrglauben, denn eine eine Metallplatte wird über eine Wärmeleitpaste auf dem Chip gedrück und nimmt dessen Wärme auf. Um diese Wärme abführen zu können wird sie mittels Leitungen zu einem Wärmetauscher geleitet und von dort aus an die Luft übertragen. Bei der Luftkühlung sind das meist Kupferröhrchen (Heatpipes) und bei der Wasserkühlung sind es mit Wasser gefüllte Schläuche. Diese Heatpipes leiten die Wärme zu einem grossem Kühlkörper mit Alu-Lamellen. Je grösser der Kühlkörper, also mehr Fläche vorhanden ist um so wirkungsvoller die Luftkühlung.




    Eine Wasserkühlung leitet die Wärme über die Schläuche ebenfalls weiter an einen großen Metall-Körper (Radiator), der ebenfalls mit Lamellen versehen ist. Auch hier gilt um so mehr Fläche um so besser die Kühlleistung.




    Sowohl die Luft- als auch die Wasserkühlung nehmen die Wärme also beim Chip auf und leiten sie an einen großen Wärmetauscher, nur die Transportart unterscheidet sich. Um die Kühlleistung zu erhöhen, werden bei beiden Kühlungs-Arten Lüfter auf den Wärmetauscher geschnallt, die mehr Luft durch die Lamellen blasen und so die Wärmetausch-Effizienz erhöhen.




    Und genau da liegt das Problem, denn verbaute Lüfter können je nach Drehzahl auch laut sein.

    Eine Wasserkühlung ist deshalb nicht leiser als eine Luftkühlung, jedenfalls nicht zwangsweise, da beide auf Lüfter bauen und die sind hierbei die entscheidende Lärmquelle. Es kommt noch hinzu während die Wärme bei der Luftkühlung durch natürliche Kräfte durch die Heatpipes transportiert wird, braucht die Wasserkühlung immer eine Pumpe, um das Wasser durch die Schläuche vom Chip zum Radiator zu pumpen. Damit ist die Wasserkühlung theoretisch sogar lauter, weil man sich eine weitere Lärmquelle in den PC holt. Wer also meint, durch Wasserkühlung stets und immer leiser als mit Luftkühlung zu fahren, irrt sich. Ganz im Gegenteil, für viele Bastler ist das akustische Feintuning der Wasserkühlung die grössere Herausforderung, wo auch mit Steuerelektronik das ganze noch perfektioniert wird.

    WASSERKÜHLUNG IST SEHR RISKANT

    Auch das ist ein weiteres Mythos. Die natürliche Reaktion normaler Nutzer ist beim Thema Wasser und Technik immer die Angst wenn eine Wasserkühlung in einemComputer verbaut wird. Was ist wenn das Wasser im Rechner ausläuft? Halten die Schläuche und Anschlüsse auch? Leitet Wasser nicht Elektrizität? Wasserkühlungen sollten immer mit destiliertem Wasser betrieben werden und das leitet Elektrizität nur sehr schlecht.




    Jedoch nimmt das Wasser im laufe des Betriebs Mineralien und Abrieb, Verunreinigung durch die Nutzung wieder auf so das die Kühlflüssigkeit wieder leitend wird. In diverse Foren hat sich auch oft schon gezeigt das Komponente aufwendig getrocknet wurden und mit etwas Glück wieder liefen. Heutige moderne Anschlüsse unter anderem auch Anschraubanschlüsse sind in der Regel sehr zuverlässig so das ein Schlauch damit sehr gut hält und sich nicht einfach lösen kann. Natürlich ist das Risiko existent, aber es ist absolut beherrschbar und bei halbwegs durchdachter Vorgehensweise sollte es niemanden abschrecken.

    WASSERKÜHLUNG MACHT ÜBERTAKTEN LEICHTER

    Auch dieser letzte Punkt ist leider ein Irrglaube. Wer sich erhofft, durch eine Wasserkühlung neue Overclocking-Rekorde aufzustellen, sollte sich davon schnell verabschieden. Zwar sind die Temperaturen der gekühlten Bauteile bei den meisten Wasserkühlung-Nutzern niedriger als unter Luftkühlung, aber das liegt vor allem daran, dass viele Bastler sehr ausufernde Kühlkreisläufe aufbauen. Selbst wenn die CPU unter Luft auf 55 ° C läuft und unter Wasser auf 45 ° C gekühlt wird, ist der Unterschied für die Übertaktung nahezu irrelevant. Zehn Grad mehr oder weniger können vielleicht den Unterschied zwischen ein paar Megaherz Takt machen, führen aber kaum zu Vorstösse in höhre Taktdimensionen.


    Das liegt daran, dass die Güte des Chips viel häufiger über deren Übertaktungspotential entscheidet. Lange bevor niedrigere Temperaturen eine Rolle spielen kommt der Chip am Ende seines Übertaktungspotentials. Erst bei deutlich tieferen Temperaturen, also im Bereich Stickstoff-Kühlung, sind die Vorteile beim Übertakten spürbar.


    Eine Wasserkühlung hat hier zu wenig Auswirkungen.




  • Hallo, zu deinem Beitrag kann ich das meiste auch Unterschreiben, denn meine Wasserkühlung ist erst mit der verbauten Kühlfläche so Effizient und leise geworden. Durch die grössere Kühlfläche müssen meine Lüfter nicht schnell drehen wodurch selbst innerhalb eines Spiels mein Rechner komplett lautlos bleibt.


    Last:



    Idle:



    Auch meine Pumpe ist so leise das sie nicht aus dem Gehäuse raus zu hören ist. Erst mit voller Drehzahl kann ich sie leise brummen hören.

    Natürlich hatte sie auch ihrem Preis und das verbauen der Komponente hat auch sehr viel Spass gemacht.


  • Das ist leider Wahr, manche kaufen sich irgendwelche AIOs und denken dann besser, leiser und kühler als eine Luftkühlung kühlen zu können.

  • Das ist leider Wahr, manche kaufen sich irgendwelche AIOs und denken dann besser, leiser und kühler als eine Luftkühlung kühlen zu können.

    So hab ich anfangs auch gedacht bis ich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wurde.


    Habe einen Be Quiet! SILENT LOOP 280 gehabt, die nicht nur Pumpen Technisch schrott war sondern auch nicht viel besser als ein Luftkühler aka Noctua NH-D15 kühlt.


    Also AIO würde ich mir kein zweites mal antun. Es mag zwar sein das es Optisch besser aussieht aber was bringt einen das, wenn es nicht leise geht?

  • So ist es!


    Da kommen Themen wie: Neue Wasserkühlung aber Temperaturen zu hoch. Im Thema kommt dann zum Vorschein das es sich nur um eine AIO handelt die nur ein 240mm Radiator beinhaltet.

  • Pro Kühler sollte mindestens ein 240mm Radiator vorhanden sein, jedoch ist mehr besser.

    Wer schon so viel Geld ausgibt sollte nicht mit der Fläche der Radiatoren sparen denn nur hier ist ein Unterschied zu erzielen.

    Sonst ist die Enttäuschung nach so viel Kosten gross.

  • Vorteil aber auch mit wenig Fläche der Radiatoren ist mehr Platz im System zu haben.

    Oft gibt es bei Verwendung grosser Luftkühler Probleme mit den Arbeitsspeicher, so das nicht alle von der Höhe verbaut werden können.

  • Hat alles sein Vor und Nachteile, Wasserkühlung ist aber eher Sache von Leuten die nach solch ein System verrückt sind, hat daher mehr mit Hobby als ein Sinn zu tun.

  • So hab ich anfangs auch gedacht bis ich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wurde.


    Habe einen Be Quiet! SILENT LOOP 280 gehabt, die nicht nur Pumpen Technisch schrott war sondern auch nicht viel besser als ein Luftkühler aka Noctua NH-D15 kühlt.


    Also AIO würde ich mir kein zweites mal antun. Es mag zwar sein das es Optisch besser aussieht aber was bringt einen das, wenn es nicht leise geht?

    Kannst jetzt aber auch nicht alle AIOs dazu verallgemeinern.

    Bei der Silent Loop war dieses zu der Zeit schnell bekannt und viele waren davon betroffen.

    Nachteil einer AIO ist die Pumpe die mit auf dem Kühler sitzt und so nicht entkoppelt ist.

  • Kannst jetzt aber auch nicht alle AIOs dazu verallgemeinern.

    Bei der Silent Loop war dieses zu der Zeit schnell bekannt und viele waren davon betroffen.

    Nachteil einer AIO ist die Pumpe die mit auf dem Kühler sitzt und so nicht entkoppelt ist.

    Da hast du natürlich auch wieder recht.

    Dennoch würde ich mir das schon aus P/L sicht nicht nochmal antun.

    Meinem Luftkühler muss ich nicht nochmal bezahlen, was bei AIO nie garantiert ist.

    Die Pumpe ist für mich tatsächlich der größte Kritikpunkt.

  • Für mich stand damals als ich mich entschied auch fest, entweder richtig oder gar nicht. Denn eine gute Luftkühlung hatte ich bereits schon und eine AIO fand ich nicht so gut da zum einem die Pumpe nicht entkoppelt ist und ich befürchtete dadurch ein Summen zu bekommen was mich genervt hätte und dann noch die Sache mit der Wartung wo es hier auch schwierig ist das ganze ohne AGB zu befüllen.

  • Selbst wenn die CPU unter Luft auf 55 ° C läuft und unter Wasser auf 45 ° C gekühlt wird, ist der Unterschied für die Übertaktung nahezu irrelevant. Zehn Grad mehr oder weniger können vielleicht den Unterschied zwischen ein paar Megaherz Takt machen, führen aber kaum zu Vorstösse in höhre Taktdimensionen.

    Da stimme ich Dir nicht so ganz zu.

    Eine genügend große Radiatorfläche kann eine CPU oder GPU besser als ein Luft-Kühler kühlen, unabhängig vom Kühlwasser Volumen - das ist nur für die Pufferkapazität von Bedeutung.

    Und durch die niedrigere CPU/GPU Temperatur kann ich mehr Spannung auf diese geben und somit höher Übertakten.

    Gerade im Bereich von etwas 75°C (CPU) wir ein Prozessor oft instabil und benötigt mehr Vcore, was wiederum eine Temperaturerhöhung mit sich bringt.

    Und das kann ich nur mit einer leistungsstarken Wasserkühlung kompensieren.

    Allzu viel macht es nicht aus, aber 200 bis 300 MHz können es schon sein.

    Die CPU sollte natürlich geköpft sein. Das macht nicht nur niedrigere Temperaturen, sondern spart auch meist eine Vcore Stufe (16 mVolt) ein.